Nicole Andres (im Bild rechts)
Nicole Andres (im Bild rechts)
Nicole Andres (im Bild rechts)
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Brief an Minister Spahn: Gesetzentwurf widerspricht Recht auf ein selbstbestimmtes Leben

Ein aktuelles Gesetzesvorhaben von Gesundheitsminister Jens Spahn sieht vor, dass beatmete Menschen zukünftig in speziellen Beatmungszentren untergebracht werden sollen. Ein Leben in den eigenen vier Wänden mit ambulanter Intensivpflege soll nur noch in absoluten Ausnahmefällen (z.B. bei Kindern) gewährt werden. Diese Regelung sieht das RISG (Rehabilitations- und Intensivpflegestärkungsgesetz) vor. Betroffenen - wie unserer Kollegin Nicole Andres - würde damit jegliches Recht auf ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben entzogen. In einem offenen Brief an Minister Jens Spahn nimmt sie Stellung.

Jürgen Dusel, Bundesbeauftragter für Menschen mit Behinderung
Jürgen Dusel, Bundesbeauftragter für Menschen mit Behinderung

Finanzierung von Assistenzkräften sichern

Ein Studierender stellt sich viele Fragen.
Ein Studierender stellt sich viele Fragen.

Neuer Schwerpunkt: Anlaufstelle für Studierende mit Autismus

Menschen mit Autismus, die studieren oder studieren wollen, haben jetzt eine Anlaufstelle in Nordrhein-Westfalen: Das Kompetenzzentrum Behinderung, akademische Bildung, Beruf (kombabb) in Bonn hat sein Angebot um den Arbeitsschwerpunkt „Autismus-Spektrum-Störung“ ergänzt. Dies teilt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Soziales in einer Pressemitteilung mit.

Die Internetauftritte aller Amts- und Landgerichte sind für Menschen mit einer Lese- oder Lernschwäche verständlich gemacht.
Die Internetauftritte aller Amts- und Landgerichte sind für Menschen mit einer Lese- oder Lernschwäche verständlich gemacht.

Internetauftritte von Amts- und Landgerichten in Leichter Sprache

Die Internetauftritte aller NRW-Amts- und Landgerichte sind für Menschen mit einer Lese- oder Lernschwäche verständlich gemacht. Von „B“ wie Beratungshilfe bis „Z“ wie Zwangsvollstreckung liegen nun leicht verständliche Texte und Grafiken vor. „Auch hier geht die Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen als Vorreiter voran. Ein solches Angebot ist bundesweit einzigartig und ein gutes Beispiel, dass die Justiz auch die Einfache Sprache kann“, erklärte NRW-Justizminister Peter Biesenbach anlässlich der Freischaltung der Web-Inhalte.

Das Projekt „Leichte Sprache“ wurde in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen und der Lebenshilfe Oberhausen durchgeführt. Studierende der Fachhochschule haben in enger Zusammenarbeit mit der Direktorin des Amtsgerichts Leverkusen grundlegende Informationen für Menschen mit Leseschwierigkeiten erstellt. Begriffe wie „Justiz“ oder „Gericht“ beispielsweise wurden im Projekt in Leichte Sprache übersetzt und der Justiz Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt.

Das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (BGG) sieht ausdrücklich die Verwendung und den Einsatz Leichter Sprache vor. Die Leichte Sprache soll die Teilhabe am öffentlichen Leben für Personen mit einer Lese-/Lernschwäche sicherstellen. 

Ein Beispiel dazu gibt es unter www.ag-dortmund.nrw.de

Weiterbewilligung der Grundsicherung
Weiterbewilligung der Grundsicherung

Ausfüllhilfe zum Grundsicherungsantrag in Einfacher Sprache

Durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) werden ab dem 1.1.2020 die existenzsichernden Leistungen von den Fachleistungen getrennt. Aus diesem Grund müssen Menschen mit Behinderungen, die in stationären Wohnformen leben, bis zum Ende des Jahres 2019 noch einen Antrag auf Weiterbewilligung ihrer Grundsicherung stellen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Kommunen in Westfalen-Lippe haben sich auf ein verkürztes Formular zur Weitergewährung der Grundsicherung geeinigt. Unsere Kolleginnen und Kollegen vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben OWL haben für dieses Formular eine Ausfüllhilfe in Einfacher Sprache erstellt, die die korrekte Bearbeitung des Antrags erleichtern soll.

Weitere Informationen und Downloads gibt es hier.

 

Teilberaterinnen und Teilhabeberater aus dem Regierungsbezirk Arnsberg im Dortmunder Rathaus.
Teilberaterinnen und Teilhabeberater aus dem Regierungsbezirk Arnsberg im Dortmunder Rathaus.
Manuel Salomon vom KSL Arnsberg
Manuel Salomon vom KSL Arnsberg
Teilberaterinnen und Teilhabeberater aus dem Regierungsbezirk Arnsberg.
Teilberaterinnen und Teilhabeberater aus dem Regierungsbezirk Arnsberg.

Gespräche auf Augenhöhe

Zum zweiten Vernetzungstreffen kamen Beraterinnen und Berater von Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen (EUTB) aus dem Regierungsbezirk Arnsberg im Dortmunder Rathaus zusammen. Mehr als vier Stunden steckten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Köpfe zusammen, um Erfahrungen aus der Beratung auszutauschen und über strukturelle Besonderheiten der einzelnen Regionen zu sprechen in denen die  EUTB tätig sind. Organisiert und eingeladen dazu hatte das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben für den Regierungsbezirk Arnsberg (KSL Arnsberg).

Die EUTB gibt es bundesweit. Sie unterstützen in allen Fragen der Teilhabe und sollen helfen, dass Menschen mit Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Ihre Grundlage wurde mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) geschaffen. Die Angebote der EUTB sind kostenfrei.

"Idee der Vernetzungstreffen ist es, einen regelmäßigen Rahmen zu schaffen, in dem sich  Beraterinnen und Berater über den eigenen regionalen Arbeitsbereich hinaus austauschen können", sagt Christiane Rischer vom KSL Arnsberg. Damit knüpft das Kompetenzzentrum an die Bedarfe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. "In diesem Kreis finden Gespräche auf Augenhöhe statt", ist Jan-Frederik Fröhlich von der Teilhabeberatungsstelle im Kreis Siegen-Wittgenstein überzeugt. "Die Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen in diesem moderierten Rahmen bereichern meiner Meinung nach unsere Beratungspraxis und richten den Blick auch nach vorne."

Deshalb ist der Wunsch nach weiteren Vernetzungstreffen naheliegend. Manuel Salomon, ebenfalls Mitarbeiter beim KSL Arnsberg, freut sich insbesondere über die offene und konstruktive Diskussion: "Wir werden die Anregungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auswerten und in die Vorbereitungen für das nächste Vernetzungstreffen einfließen lassen." 

Ansprechpartner*in:

Christiane Rischer / Manuel Salomon
KSL Arnsberg
Telefon 0231 / 912 83 75
E-Mail info@ksl-arnsberg.de

Mensch mit Behinderung wird gepflegt
Mensch mit Behinderung wird gepflegt

Stiftung leistet Pionierarbeit: Medizin für Menschen mit Behinderung

Wenn ein Mensch mit Demenz am Blinddarm operiert wird, ist die Versorgung eine Herausforderung. Das gilt ebenso, wenn Patienten mit geistiger oder körperlicher Behinderung aufwändige Untersuchungen oder Eingriffe benötigen. Die Evangelische Stiftung Volmarstein macht sich auf den Weg, Menschen mit Behinderung eine qualitativ deutlich verbesserte medizinische Versorgung anzubieten. Ein Gespräch mit Dr. Jörg Stockmann, Chefarzt Klinik für inklusive Medizin im Evangelischen Krankenhaus Hagen-Haspe.

Logo Pflegekompass
Logo Pflegekompass

Pflegewegweiser NRW: Kompass bei Pflegefragen

Pflegebedürftigkeit beginnt oft schleichend, manchmal jedoch auch von einem Moment zum anderen – ist ein Familienmitglied auf dauerhafte Hilfe angewiesen, liegt es meist in der Hand der Angehörigen, Unterstützung zu organisieren. Trotz hoher emotionaler Belastung gilt es zu klären, wer die Pflege übernimmt und welche Stellen für anfallende Kosten aufkommen. Angehörige, die sich entschieden haben, einen pflegebedürftigen Menschen zu Hause zu betreuen, stehen vor vielen Fragen: etwa wer als Pfleger einspringt und welche Schritte zur Begutachtung und zum Erhalt von Leistungen aus der Pflegeversicherung zu unternehmen sind. In Nordrhein-Westfalen können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zahlreiche Beratungs- und Hilfsangeboterund ums Thema Pflege nutzen. Meist fehlt Betroffenen dennoch ein brauchbarer Kompass, der sie an die richtige Anlaufstelle lotst. 
 
Diese wichtige Orientierungshilfe durch den Pflegedschungel bietet seit 15 Monaten der Pflegewegweiser NRW. Im Internet unter www.pflegewegweiser-nrw.de können sich Betroffene schnell und übersichtlich einen Überblick über passende Pflegeberatungs- und Hilfsangebote in der Nähe ihres Wohnorts verschaffen. Darüber hinaus bietet die Plattform viele wertvolle Informationen und Tipps rund um das Thema Pflege – von der Beantragung eines Pflegegrads bis hin zu verschiedenen Entlastungsmöglichkeiten für Betroffene und Angehörige. Angeboten wird der Pflegewegweiser NRW, der stetig wachsende Nachfragen für sich verbuchen kann, von der Verbraucherzentrale NRW.  
 
Zusätzlich können Ratsuchende unter der Rufnummer 0800 4040044 montags, dienstags, mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 17 Uhr gebührenfrei anrufen. Das Team am anderen Ende der Leitung weist den Weg zu Ansprechpartnern beim passenden Pflegeberatungsangebot und bei individuell benötigten Hilfeleistungen. 

Online-Portal und Hotline werden gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes sowie durch die Pflegekassen in Nordrhein-Westfalen. 

Barrierrefreier Zugang
Barrierrefreier Zugang

Barrierefrei Wohnen: Mietobjekte bieten nicht, was sie versprechen

Ein Fünftel der deutschen Bevölkerung ist 65 Jahre und älter. Für diesen Personenkreis ist barrierefreies Wohnen eine Grundvoraussetzung, um so lange wie möglich im eigenen Zuhause leben zu können. Denn Barrierefreiheit ermöglicht Mobilität und bildet damit die Grundlage für Eigenständigkeit und Teilnahme am sozialen Leben. Doch wer auf einen Rollator oder einen Gehstock angewiesen ist, hat es in Nordrhein-Westfalen schwer, eine passende Wohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt zu finden. Wie die tatsächliche Situation bei barrierefreien Mietwohnungen des privaten Wohnungsmarktes aussieht, hat die Verbraucherzentrale NRW geprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur jede achte Mietwohnung, die auf Immobilienportalen als „barrierefrei“ angepriesen wird, hat dieses Etikett tatsächlich verdient.  
 
Von Oktober bis Dezember 2018 haben die Verbraucherschützer im Internet bei den drei marktführenden Wohnungsportalen ImmobilienScout 24, immowelt und immonet in den fünf größten NRW Städten – Köln, Düsseldorf, Essen, Duisburg, Dortmund und in jeweils einer ländlichen Region aus einem der fünf Regierungsbezirke – insgesamt 191 Inserate gefunden, die explizit als „barrierefrei“ beworben wurden. Beim Nachfassen offenbarten sich nur 25 Wohnungen als tatsächlich barrierefrei und erfüllten sämtliche Untersuchungskriterien speziell für mobilitätseingeschränkte Wohnungssuchende. 
 
Grundlage der Bewertung waren acht Kriterien, angelehnt an die Wohnraumförderungsbestimmungen NRW (WFB), die nach Einschätzung der Verbraucherzentrale NRW fürs Wohnen von mobilitätseingeschränkten Menschen unabdingbar sind. Konkret waren dies: Zugänglichkeit des Hauses, bei Außenstufen Vorhandensein einer Rampe mit beidseitigen Handläufen, Aufzug, ausreichende Durchgangsbreite der Wohnungstüren, Schwellenlosigkeit der Wohnung, angemessenen Bewegungsfreiheit innerhalb des Badezimmers (1,20 Meter mal 1,20 Meter) sowie der Existenz einer bodengleichen Dusche und eines unterfahrbaren Waschbeckens. „Eine ebenerdige Dusche oder ein rutschfester Bodenbelag reichen nicht aus, um eine Mietwohnung als ‚barrierefrei‘ zu bezeichnen. Der Zugang zum Objekt von der Straße bis in den Keller und in die Wohnung hinein und von dort in jedes Zimmer muss auf ganzer Linie mobilitätsgerecht sein, um als barrierefrei für diese Gruppe zu gelten“, erklärt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. „Hier ist die Landesregierung gefordert, eindeutige Regelungen im Sinne der Barrierefreiheit für Neubauten und den Wohnungsumbau zu treffen.“ Dies müssen Vermieter dann als Richtlinie nutzen, wenn sie ein Mietobjekt als „barrierefrei“ anbieten wollen. An Vermieter appellierte er, nur solche Wohnungsangebote als barrierefrei zu bezeichnen, die den mobilen Beeinträchtigungen von Mietern tatsächlich gerecht werden. 

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt mobilitätseingeschränkten Wohnungssuchenden oder ihren Angehörigen, Wohnungsanzeigen nicht blind zu vertrauen, sondern Wohnungen nach individuell festgelegten Kriterien zu begutachten und nach Anpassungsmöglichkeiten zu fragen. Unterstützung bei barrierefreien Umbauten bietet die Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW – online erreichbar unter www.wohnberatungsstellen.de  
 
Die Untersuchung zum barrierefreien Wohnungsangebot in NRW und eine Checkliste, die alle individuell wichtigen Kriterien zum hindernisfreien Wohnen enthält, gibt es im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/barrierefrei-wohnen. 

Bild von mohamed Hassan auf Pixabay
  

Was fuer ein Vertrauen, lautet das Logo des Evangelischen Kirchentags in Dortmund.
Was fuer ein Vertrauen, lautet das Logo des Evangelischen Kirchentags in Dortmund.

Kirchentag 2019 in Dortmund

Seit vergangenen Mittwoch läuft in Dortmund der Deutsche Evangelische Kirchentag.. Alle Menschen sollen in diesen Kirchentagen bis zum 23. Juni selbstbestimmt und einfach dabei sein können. Teilhabe, Barrierefreiheit und Inklusion sind den Organisatoren deshalb besonders wichtig. Auf dem Veranstaltungsgelände an den Westfalenhallen gibt es ein "Zentrum Barrierefrei". Infos zu weiteren Angeboten gibt es unter www.kirchentag.de/barrierefrei oder in Leichter Sprache unter www.kirchentag.de/leichtesprache.