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Aktionen im Rahmen des Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung - "Menschenrechte sind nicht verhandelbar"

06.05.2026
Demo in Dortmund - Bannertext Menschenrechte sind nicht verhandelbar

Protestmarsch in Dortmund-City

In Dortmund wurde am 5. Mai 2026 von der Arbeiterwohlfahr (AWO), den Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt Dortmund GmbH (WAD) und den Special Olympics Nordrhein-Westfalen (NRW) zu einem Protestmarsch in der Innenstadt aufgerufen. Vom Treffpunkt in der Leuthardstraße über den zeitweise für Autos gesperrten Burgwall bis hin zum Platz unterhalb der Katharinentreppe ging der Marsch- und wieder zurück. Per Megafon wurden die Zuschauenden über den Hintergrund der Demonstration informiert. Hauptredende bei der Kundgebung waren Anja Butschkau als Vorsitzende des AWO Unterbezirk Dortmund und stellvertretende Vorsitzende des AWO Bezirks Westliches Westfalen, sowie Mitglied im Landtag NRW für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und der Geschäftsführer der AWO Unterbezirk Dortmund, Tim Hammerbacher.

Demozug über den Burgwall.
Demozug über den Burgwall Dortmund
Human rights are not negotiable.
Human Rights are not negotiable.

Auf Anfrage gab dieser eine kurze Stellungnahme ab: "Also mein Statement (zur heutigen Demo) ist, dass ich es traurig finde, dass wir im Jahr 2026 immer noch auf die Straße gehen müssen, um auf die Rechte von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen." Zur aktuellen Situation: "Jedes Jahr muss die soziale Infrastruktur um den Erhalt des Status Quo kämpfen, was man am internen Arbeitspapier der Bundesregierung deutlich sieht. Es kann nicht sein, dass ein Sozialstaat hier an den Menschen spart, die am meisten für ihre Gleichstellung kämpfen müssen."

Anja Butschkau wies in ihrer Ansprache bei der Kundgegung auf die vielen Hürden hin, die es in unserer Gesellschaft gibt- nicht nur auf der Straße, sondern auch in den Köpfen: "Und die müssen raus. Und Und deswegen gehen wir heute, am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, auf die Straße, um deutlich zu machen, dass wir gleiche Rechte wollen, dass wir eine inklusive Gesellschaft wollen (.. ) Wir sind eine Gesellschaft und wir sind alle gleich."

Tim Hammersbacher spricht in ein Mikro.
Tim Hammersbacher, Geschäftsführer AWO Dortmund
Anja Butschkau spricht ins Mikro
Anja Butschkau,  Vorsitzende des AWO Unterbezirks Dortmund

Eine Demo-Teilnehmerin ergriff das Wort und blieb nicht beim Thema Inklusion, sondern rief ins Mikro: So viele Menschen müssen sehr schwer leiden unter diesem schrecklichen Krieg, und das finde ich nicht in Ordnung. Hoffentlich hat der Krieg bald ein Ende. Und wenn der Krieg ein Ende hat, dann rufen wir: Wir sind laut- wir sind (da) für die gleichen Rechte!

Thorsten Speckmann meinte im Anschluss an die Demo: "Also ich bin hier vom Werkstattrat, zur Vertretung von Menschen mit Behinderung in den Werkstätten. Fand es toll, dass so viele Kollegen und Kolleginnen mit dafür demonstriert haben, dass die Rechte von Menschen mit Behinderung nicht gekürzt werden."

Eure Krise nicht auf unserem Rücken- Schild einer Demoteilnehmerin.

Inklusion- statt Ausgrenzung - Verkehrsschilder weisen die Richtung. Schild einer Demoteilnehmerin

 


"Kreativ inklusiv" - Programm in Witten

Menschenmenge in der Stadtgalerie von oben fotografiert
Aktionstag in der Stadtgalerie Witten Fotos: Carsten Rensinghoff
Witten braucht Leichte Sprache- Schild und Aufschrift: mehr verstehen, besser teilhaben auf T-shirt
Es wurde für bessere Verständigung durch Leichte Sprache geworben

dazu hier die Pressemitteilung von Prof. Dr. Carsten Rensinghoff aus Witten:

Kreativ inklusiv präsentierten sich die Akteurinnen und Akteure am 5. Mai 2026 in der StadtGalerie in Witten. Anlässlich des europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung wurde hier vorwiegend von behinderungserfahrenen Menschen von 16 Uhr bis 19 Uhr das Programm gestaltet. Unter anderem wurde auf die Notwendigkeit des Formats Leichte Sprache oder die inklusive Liebe aufmerksam gemacht. Der schwer hirnverletzte Professor Dr. Carsten Rensinghoff vom Studiengang Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik der DIPLOMA Hochschule sammelte zusammen mit dem Ensemble X, einem freien Ensemble aus der Wittener Theaterszene, Krüppelschläge. Krüppelschläge sind die Barrieren, auf die Menschen mit Behinderung immer wieder treffen. So stellen beispielsweise die Treppen in ein feines Restaurant für rollstuhlfahrende Menschen eine unüberwindbare Barriere dar. Für blinde Menschen sind Ampeln eine Barriere, die nicht hörbar die Grünphase anzeigen. Für Gehörlose ist der Verzicht auf Gebärdensprache eine Barriere. Für Hirnverletzte können die unsichtbaren Behinderungen, wie Konzentrations-, Wahrnehmungs-, Verhaltens- oder Sprachstörungen, in der Begegnung mit nichthirnverletzten Menschen eine Barriere sein. Sie werden nicht als behinderungsbedingte Faktoren erkannt. Derartige unsichtbare Behinderungen führen mitunter zu Missverständnissen. Teilweise werden notwendige Hilfen dann nicht gewährt oder die Betroffenen mit Nichtachtung bestraft. Aus diesem Grund sind Aktionen notwendig, die jedes Jahr am 5. Mai auf Krüppelschläge aufmerksam machen. Durch diese Aktionen werden Behinderungen sichtbar!

Popcorn-Band (Lebenshilfe Witten)
Band "Popcorn" der Lebenshilfe Witten.
Carsten Rensinghoff  bei einer Performance mit Gummihammer.
Dr. Carsten Rensinghoff bei einer Performance. Foto: Dana Schmidt