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Was tun nach einem menschenfeindlichen Angriff?

25.03.2026
Banner Back Up Ratgeber Leichte Sprache

Zwei feste Beratungsstellen für Westfalen und für das Rheinland bieten betroffenen Menschen in dieser Situation Unterstützung an:

In Westfalen ist das die Beratungsstelle „Back Up“ mit Sitz in Dortmund, in Trägerschaft des Backup-Comeback e.V. (Couragiert Demokratie stärken!) und im Rheinland übernimmt „OBR“, die Opferberatung Rheinland, mit Sitz in Düsseldorf diese Rolle. Beide Stellen bieten kostenlose, anonyme und unbürokratische Beratung für Betroffene von rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt, zusammengefasst unter dem Begriff „gruppenbezogene, menschenfeindliche Gewalt.“  Menschen mit Behinderung als Betroffene menschenfeindlicher (beispielsweise ableistischer) Gewalt werden ebenfalls von den Beratungsstellen angesprochen. 

Netzwerk Mobiler Beratungsteams

Zusätzlich zu den zwei festen Beratungsstellen gibt es ein Netzwerk aus fünf „Mobilen Beratungsteams“ in NRW, die jeweils in einem Regierungsbezirk tätig sind. Für den Regierungsbezirk Arnsberg wird diese Funktion vom Amt für Jugendarbeit der Ev. Kirch von Westfalen mit Sitz in Schwerte übernommen: www.mbr-arnsberg.de

Monitoring menschenfeindlicher Gewalttaten

Die beiden festen NRW-Beratungsstellen fungieren gleichzeitig als unabhängige Monitoring-Stelle: Sie erstellen gemeinsam jährlich einen Bericht über die von ihnen erfassten Fälle und verstehen diese Dokumentation als Korrektiv zu offiziellen Statistiken. Denn ihre Zahlen sind meistens höher als die von polizeilicher Seite veröffentlichten, auch weil sich bei den Beratungsstellen Menschen melden, die aus unterschiedlichen Gründen keine Anzeige erstatten oder bei der Polizei in Erscheinung treten wollen.

Darüber hinaus unterstützen die Beratungsstellen die Planung des Landes NRW, das Monitoring künftig in einer unabhängigen Meldestelle für Betroffene rassistischer und antisemitischer Gewalt zu bündeln, um das Ausmaß rechter Gewalt noch besser zu erfassen.

Vernetzung zum Thema Gewaltschutz

Bei einem ersten Treffen von Back Up (vertreten durch Janina Rostek) und dem KSL.Arnsberg (vertreten durch Maren Zebrowski und Lena Bertelmann) in Dortmund haben sich die Anwesenden über ihr Verständnis von Gewalt ausgetauscht. Übereinstimmend geht es allen vorrangig um die Betroffenenperspektive und um das subjektive Empfinden von Gewalt. Während Back Up vor allem Hilfestellung nach konkret erlebten Taten leistet, ist das KSL.Arnsberg besonders im Bereich Prävention und Bewusstseinsbildung tätig. Die KSL.NRW richten sich im Themenbereich Gewaltschutz vor allem an die Zielgruppe der Menschen mit Behinderung. Manchen Menschen ist nicht automatisch bewusst, dass das, was ihnen womöglich passiert, eine Form von Gewalt ist, und dass sie das Recht haben, sich dagegen zu wehren.

Infos für Ratsuchende 

Back Up hat für Betroffene menschenfeindlicher Gewalt Informationsmaterial zusammengestellt, das auf der Website abrufbar ist:

Die Beratungshotline von BackUp ist von Montag bis Freitag unter der Telefonnummer 0172/1045432 zu erreichen.