Direkt zum Inhalt

Deutsche Krebsgesellschaft weist auf ungleiche Chancen beim Zugang zur Krebsfrüherkennung hin

29.09.2026
Banner zur Krebsvorsorge - Abbildung einer Broschüre zu Arzgesprächen in Leichter Sprache

Die Deutsche Krebsgesellschaft weist in einer Pressemitteilung (vom 20.08.2026) darauf hin, dass Menschen mit Behinderungen seltener an Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen teilnehmen als die Gesamtbevölkerung. Sie erklärt dies mit Hürden, die ihnen die Teilnahme erschweren. Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten („kognitiver Beeinträchtigung“) erkrankten demnach nicht häufiger an Krebs als Menschen ohne Behinderung, auch wenn die Disposition zu bestimmten Krebsarten erhöht ist. Allerdings wurden Diagnosen bei ihnen oft in einem fortgeschritteneren Stadium gestellt, so dass ihre Heilungschancen schlechter waren und die Sterblichkeitsrate durch Krebs somit höher war, und zwar laut Studie in den Niederlanden 1,5-mal höher als bei anderen Menschen.

Wissenschaftler*innen haben 78 Studien weltweit verglichen, und es zeigte sich, dass die Teilnahmequote an den Screening-Untersuchungen für Brust-, Gebärmutterhals-, Darm-, und Magenkrebs bei Menschen mit Beeinträchtigung geringer ist. Nicht alle Länder erfassen eine Behinderung beim Screening. Aber aus 14 Ländern lagen Daten vor. Beispielsweise haben in Dänemark nur ein Viertel der Frauen mit anderen Lernmöglichkeiten am Brustkrebs-Screening teilgenommen, während andere Frauen zu 62 Prozent teilnahmen. In Deutschland wurde eine ähnliche Beobachtung gemacht: Die Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung zeigten eine durchschnittliche Quote von nur 17 Prozent Teilnahme an den Gebärmutterhals-, Brust-, Darm-, Prostata- und Hautkrebsscreenings bei Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten. Die Teilnahmequote von Menschen ohne kognitive Beeinträchtigung lag bei immerhin 26 Prozent. 

Es wurde festgestellt, dass der Zugang und die Aufnahme von Standard-Krebsscreening-Programmen für Menschen mit Behinderung, in diesem Fall für Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten, verbessert werden muss: zum einen sollten Screening-Einladungen mit Einfacher Sprache und begleitendem Bildmaterial besser auf die Zielgruppe der Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten abgestimmt werden. Zum anderen sind die Praxen of nicht barrierefrei, das Fachpersonal ist laut Krebshilfe hinsichtlich der Bedarfe der Zielgruppe nur unzureichend geschult und hat nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung. Da gäbe es Verbesserungsbedarf, aber es wurde bereits vermutet, dass längere und ruhigere Termine sowie Vorabbesuche im Untersuchungsraum oder Sedierung  im Praxis- oder Klinikalltag kaum machbar seien, wenn es darum geht, den Teilnehmenden am Screening mögliche Ängste zu nehmen. 

Hier geht es zur Pressemitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft mit Referenzen: https://www.krebsgesellschaft.de/pressemitteilungen/krebs-screenings-menschen-mit-behinderungen

Positivbeispiel: 

Arbeitsmaterialien für Mediziner*innen und alle Interessierten in Leichter Sprache: Rund um das Thema Krebsvorsorge hat  die Krebsgesellschaft NRW gemeinsam mit der Hochschule für Gesundheit in Bochum und dem Kompetenzzentrum Barrierefreiheit Volmarstein verschiedene Materialien zur Hautkrebsvorsorge erarbeitet, die hier zu finden sind: https://www.krebsgesellschaftnrw.de/leichte-sprache/startseite/# 

Aus diesem Projekt stammt auch das Heft in Leichter Sprache mit Tipps für Arzt-Gespräche, das oben abgebildet ist.

Das Bild, gezeichnet von Inga Kramer, zeigt zwei Mediziner*innen in Arbeitskledung und mit einem Stethoskop, und zwei Menschen in bunter Freizeitkleidung, die Patient*innen darstellen. Das Bild ist auf dem Titel der Broschüre "Tipps für das Gespräch mit dem Arzt oder mit der Ärztin" zu sehen, das mit einem Smiley für Leichte Sprache ausgezeichnet ist.