Eine bessere ärztliche Versorgung für Menschen mit Behinderung forderte jetzt Jürgen Dusel. In einem Interview mit der in Dortmund erscheinenden Westfälischen Rundschau appellierte der Bundesbeauftragte für Menschen mit Behinderung an die Kassenärztlichen Vereinigungen, die ambulante Versorgung aller gesetzlich Versicherten sicherzustellen.

"Außerdem brauchen wir mehr Medizinische Zentren für Menschen mit Behinderung und auch standardmäßig eine Assistenz in Kliniken für Menschen mit kognitiven Einschränkungen", so Dusel. Die Unterstützung fehle häufig. Das Problem sei die Kostenübernahme für die Assistenzkraft, die nicht eindeutig geregelt sei. "Dabei kann ihre Anwesenheit über Leben und Tod entscheiden", so Dusel wörtlich.

Das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben für den Regierungsbezirk (KSL) Arnsberg begrüßt grundsätzlich den Vorstoß des Bundesbeauftragen für Menschen mit Behinderung. In einer Stellungnahme fordert es aber darüberhinausgehend, die Finanzierung von Assistenzkräften nicht nur für Menschen mit einer kognitiven Einschränkung sicherzustellen. 

"Die Anwesenheit einer Assistenzkraft kann den Therapieerfolg wesentlich verbessern", erklärt KSL-Projektleiter Andreas Tintrup. "Deshalb muss es ein weitergehendes Ziel bleiben, dass alle Menschen mit Behinderung, die im Alltag eine Assistenz benötigen, von dieser auch bei einem Klinikaufenthalt begleitet werden können."

Foto:  Henning Schacht

Jürgen Dusel, Bundesbeauftragter für Menschen mit Behinderung
Jürgen Dusel, Bundesbeauftragter für Menschen mit Behinderung