Unternehmen tun sicher nach wie vor schwer, Menschen mit Behinderungen einzustellen. Dabei könnten sie von deren Anstellung sogar profitieren. Bei der virtuellen Veranstaltung „Inklusion und Arbeit“ des Hochsauerlandkreises und der kommunalen Wirtschaftsförderung Ende Juni, erklärte Manuel Salomon vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben im Regierungsbezirk Arnsberg (KSL Arnsberg), wie das geht.

Menschen mit Behinderungen haben es auf dem ersten Arbeitsmarkt deutlich schwerer als Menschen ohne Behinderungen. Nach wie vor liegt die Beschäftigungsquote Schwerbehinderter mit 4,62 Prozent im Oktober 2020 noch immer deutlich unter der gesetzlich vorgeschriebenen Fünf-Prozent-Quote. „Auch zwölf Jahre nach dem Inkrafttreten des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UN-BRK) in Deutschland ist der Zugang zum Arbeitsmarkt für Schwerbehinderte noch immer mit Hemmnissen verbunden“, heißt es im Inklusionsbarometer Arbeit der Aktion Mensch in Kooperation mit dem Handelsblatt Research Institute. Die meisten Unternehmen zahlen lieber die vorgeschriebene Ausgleichsabgabe, als Menschen mit Behinderung einzustellen.

„Dabei könnten Arbeitgeber bei der Anstellung von behinderten Menschen profitieren“, betonte Manuel Salomon vom KSL Arnsberg. In seinem Vortrag „10 + 1 Vorteile, Menschen mit Behinderungen einzustellen“, hob der Jurist und Arbeitsmarktexperte vor allem die „weichen“ Vorteile heraus, mit denen Unternehmen mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen punkten könnten. „Menschen mit Behinderungen sind vor allem dann produktive Mitarbeiter*innen, wenn Arbeitsumgebung und Arbeitsabläufe gemeinsam entsprechend gestaltet werden“, sagte Salomon.

„Ihre Ideen, Erfahrungen und Kompetenzen können jede Arbeitssituation positiv beeinflussen“, betonte er. Ein gutes Image und ein angenehmes Betriebsklima könnten die Folge sein. Und: „Diese Faktoren ziehen bekanntermaßen sowohl potenzielle Kund*innen an als auch weitere Bewerber*innen an – und halten die vorhandenen Mitarbeitenden“, sagte der KSL-Experte. „Somit kann die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen sowohl den Umsatz positiv beeinflussen als auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken.“

Im Anschluss referierte Carina Friedel über die Aufgaben des LWL-Inklusionsamts Arbeit. Dabei stellte sie vor allem die wichtigsten Förderinstrumente in den Mittelpunkt, die sowohl Arbeitgeber*innen als auch für schwerbehinderte Arbeitnehmer*innen nutzen können.

Abschließend berichtete Daniel Bastert von seinem beruflichen Werdegang. Zunächst war er in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen beschäftigt gewesen, bevor er auf den ersten Arbeitsmarkt wechselte. Das ist inzwischen neun Jahre her, und er arbeitet seitdem durchgängig beim selben Unternehmen.

Christian Rademacher, Behindertenkoordinator des Hochsauerlandkreises, dankte abschließend allen Beteiligten und sprach sich dafür aus, dieser Veranstaltung weitere folgen zu lassen.

Bildnachweis: Andi Weiland | Boehringer Ingelheim, Gesellschaftsbilder.de

Kontakt:
Manuel.Salomon@ksl-arnsberg.de

Zwei Frauen sitzen an einem Schreibtisch. Sie schauen gemeinsam auf einen Bildschirm. EDie Frau im Vordergrund sitz im Rollstuhl. Sie zeigt mit dem Zeigefinger der linken Hand auf den Bildschirm.
Zwei Frauen sitzen an einem Schreibtisch. Sie schauen gemeinsam auf einen Bildschirm. EDie Frau im Vordergrund sitz im Rollstuhl. Sie zeigt mit dem Zeigefinger der linken Hand auf den Bildschirm.