Frauenberatungsstelle Dortmund des Vereins Frauen helfen Frauen e.V.
Menschen mit Behinderung, vor allem Frauen und Mädchen mit Behinderung, sind häufiger von Gewalt bedroht als der Durchschnitt der Bevölkerung (siehe Bundesstudie von 2009 bis 2011 mit repräsentativen Daten). Die Frauenberatungsstelle Dortmund bietet allen Frauen Einzelberatungen zu verschiedenen Anliegen an. Das Beratungsangebot reicht von allgemeiner Lebensberatung für Frauen bis hin zu stabilisierender Trauma-Beratung. Es muss keinen konkreten Anlass für einen Gesprächstermin geben, aber häufig stellt sich im Laufe eines Beratungsgesprächs heraus, dass eine Gewalterfahrung der Auslöser für die Ratsuche ist. Das Thema ist schambesetzt und wird deswegen nicht immer sofort genannt.
Maren Zebrowski vom KSL.Arnsberg vertritt beim KSL.Arnsberg den Themenschwerpunkt Gewaltschutz für Frauen und Mädchen mit Behinderung. Dieses Themenfeld verbindet sie mit Martina Breuer und Irene Kusenberg von der Frauenberatungsstelle Dortmund. So trafen sie sich Mitte Januar, um sich über ihre Arbeit auszutauschen.
Beratungssituation
Zur Barrierefreiheit: Die Beratungsstelle an der Märkischen Straße 212-218 in Dortmund ist auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gut erreichbar- über den Hintereingang mit Rampe im Innenhof des Gebäudekomplexes. Bei den kostenlosen Beratungsgesprächen orientieren sich die Mitarbeiterinnen jeweils an den Bedarfen der Ratsuchenden. Auf Wunsch bleiben diese anonym und die Gespräche unterliegen in jedem Fall der Schweigepflicht. Der kommunale Arbeitskreis „Runder Tisch gegen häusliche Gewalt“, dem die Beratungsstelle angehört, hat Flyer in Leichter Sprache erstellt, um damit über die Themen sexuelle und häusliche Gewalt informieren zu können. So sollen eventuelle sprachliche Barrieren, auch für Frauen mit anderen Lernmöglichkeiten, überwunden werden.
Laut Institut für Menschenrechte sind Frauen und Mädchen mit Behinderung besonders gewaltgefährdet, wenn Sie in Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung leben und/oder in Werkstätten mit Behinderung arbeiten. Diese sind allerdings meistens nicht eigenständig mobil und daher haben sie weniger Möglichkeiten, sich außerhalb ihrer Einrichtung beraten zu lassen.
Ein besonderes Angebot der Frauenberatungsstelle war im Herbst 2025 ein zweitägiger WenDo-Kurs für Taube Flinta* (Frauen, Lesben, Inter*, Nicht-binäre, Trans* und Agender*), bei dem diese Gruppe besonderes Empowerment durch Selbstbehauptung und Selbstverteidigung mit WenDo erfahren konnte.
Um bei mehr Veranstaltungen Barrierefreiheit für gehörlose Menschen oder für Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten sicherzustellen, gibt es verschiedene Übersetzungstechniken wie Simultanübersetzung in Leichte Sprache über Kopfhörer sowie DGS-Dolmetschung. Für diese sucht die Beratungsstelle noch Finanzierungsmöglichkeiten. Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die Frauenberatungsstelle auf Spenden angewiesen.
Bewusstsein für Gewaltschutzthemen schärfen
Dem Präventionsbereich kommt bei der Arbeit der Beratungsstelle eine besondere Rolle zu, denn gutes Empowerment und Aufklärungsarbeit (wo beginnt Gewalt und wie kann ich mich davor schützen?) kann die Fallzahlen im Bereich der Gewalt gegen Frauen und Mädchen verringern und ihre schwerwiegenden Konsequenzen mildern.
Daher hat die Frauenberatungsstelle eine neue Präventionsveranstaltung für junge Menschen geplant mit dem Titel „Beziehungen gesund halten“. Diese Fragestellung ist für junge Menschen mit wie ohne Behinderung von großer Bedeutung.
Das Projekt „nein heißt nein“ mit der Website dortmund-sagt-nein.de ist ein weiteres Beispiel, wie Bewusstsein der Stadtgesellschaft im Rahmen einer Kampagne für sexuelle Selbstbestimmung geschaffen werden kann. Daran haben sich auch bereits KSL.Arnsberg-Mitarbeitende mit einem persönlichen Statement beteiligt.
One Billion Rising
Wenn es am 14. Februar 2026 weltweit wieder heißt: „One Billion Rising“ , um mit Tanzen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen, veranstaltet der Dortmunder Verein Frauen helfen Frauen e.V. um 11 Uhr ein Tanz- und Trommelevent an der Ecke Kampstraße- Katharinenstraße. Mit dabei wird auch die Sambagruppe Até Logo sein. Es darf getanzt oder auch zugeschaut werden, um dem wichtigen Anliegen Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Wichtige Adressen in Dortmund:
- Frauenberatungsstelle Dortmund: Tel. 0231/52 10 08, Adresse: Märkische Straße 212-218, 44141 Dortmund Website Frauenberatungsstelle
- Frauenhaus Dortmund, Notruf: Tel. 0231/80 00 81 https://www.frauenhaus-dortmund.de/
- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016 (24 Stunden, kostenfrei) Online-Informationen
- Traumaambulanz LWL-Klinik Dortmund für akute Traumatisierungen (bis 6 Monate nach der Gewalttat): Tel.0231/45 03 80 00, Marsbruchstr. 179, 44287 Dortmund Website Traumaambulanz
- Kinderschutzzentrum Dortmund: Tel. 0231/ 20 64 58 0, Gutenbergstr. 24, 44139 Dortmund Website Kinderschutzzentrum
- Polizeipräsidium Dortmund, Opferschutz: Te. 02341/132 74 64 und 0231/132 74 65, Markgrafenstr.102, 44139 Dortmund Opferschutz Polizei Dortmund
Weisser Ring - Hilfen für Opfer von Straftaten: Tel. 116 006 (Bundesweite Hotline), Landesgeschäftsstelle NRW/Westfalen-Lippe: Tel. 0231/98 19 48 50 Website Weisser Ring - Dortmund