Mutter liest ihrem Kind aus einem Buch vor

Dass behinderte Menschen Eltern werden, ist kein Tabu mehr. Die Unterstützung behinderter Menschen ist seit 2018 im Gesetz festgeschrieben. Dennoch stehen behinderte Menschen vor vielen Barrieren und Herausforderungen.

Die Ergebnisse einer Befragung zur Unterstützungssituation von Eltern mit Beeinträchtigung in NRW im Frühjahr 2012 (MOBILE 2013) zeigen, dass Unterstützungsangebote wie Elternassistenz, Begleitete Elternschaft oder auch stationäre Angebote für behinderte Eltern in NRW noch nicht in ausreichendem Maß vorhanden sind

Das KSL Arnsberg unterstützt die Etablierung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für behinderte Eltern wie Elternassistenz und Begleitete Elternschaft indem es Informationen sowohl für behinderte Eltern als auch für Leistungsträger und -anbieter bereithält und bei der Antragsstellung unterstützt.

Bildnachweis: Tobias Franke

 

Was steht behinderten Eltern zu?

Seit dem 1.1.2018 ist der Rechtsanspruch auf „einfache“ und qualifizierte Elternassistenz gesetzlich in § 78 Abs.1 und 3 SGB IX verankert. Somit ist sowohl der Rechtsanspruch auf Elternassistenz nach dem Modell der Persönlichen Assistenz als auch die Unterstützung im Rahmen der Begleiteten Elternschaft als Teilhabeleistung rechtlich geregelt. Im Rahmen der Antragstellung können behinderte Eltern ab 2020 eine Gesamtplankonferenz einfordern, um ihren Bedarf darzulegen.

Welche Unterstützungskonzepte gibt es?

Elternassistenz ist eine personelle Unterstützung bei der die behinderten Eltern selbst die Anleitung übernehmen, die Assistenzkraft führt ausschließlich Tätigkeiten nach Anweisung aus. Elternassistenz kann im Arbeitgebermodell organisiert werden. Es kann alternativ auch ein ambulanter Dienst in Anspruch genommen werden. Beide Formen sind als Persönliches Budget möglich.

Begleitete Elternschaft ist ein Konzept verbindet Leistungen des Ambulant unterstütztes Wohnen mit Sozialpädagogischer Familienhilfe. Durch diese Form der Unterstützung werden Eltern mit Lernschwierigkeiten befähigt ihre Elternrolle wahrzunehmen.

Hilfsmittel

Behinderte Eltern können über die Krankenkasse Hilfsmittel für die Versorgung ihrer Kinder beantragen. Voraussetzung ist, dass das jeweilige Hilfsmittel bei der Krankenkasse gelistet ist.

Beispiel: http://www.rollstuhladapter.de/

Weitere Informationen

Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern http://www.behinderte-eltern.de. Auf der Internetseite finden sich zahlreiche Informationen und Erfahrungsberichte zum Thema.

Literatur

In Kürze gibt es hier interessante Hinweise auf Bücher, Broschüren und Medienbeiträge zum Thema Behinderte Eltern.

Ihre Ansprechpartnerin

Christiane Rischer
Telefon 0231 9128375
christiane.rischer@ksl-arnsberg.de

Gemeinsam stark sein und gegenseitig Mut Machen!

Der Erfahrungsaustausch steht bei den monatlichen Treffen der Selbsthilfegruppe für Mütter mit Behinderung in Witten im Vordergrund. Fachleute sollen aufklären und beraten.