Ein blinde Frau sitzt auf einer Bank im Freien zusammen mit ihrem Blindenführhund und einer jungen Frau.

In Artikel 6 Absatz 1 der UN-BRK wird festgestellt, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen mehrfachen Diskriminierungen ausgesetzt sind. Jedes Merkmal für sich kann zu spezifischer Benachteiligung führen. Hinzu kommt die Wechselwirkung aus beiden Merkmalen. Damit Frauen ein selbstbestimmtes Leben führen und auch eine Rollenvielfalt als Auszubildende, Arbeitnehmerin, Partnerin und Mutter wahrnehmen können, bedarf es eines Abbaus von strukturellen und sozialen Barrieren im Gesundheits- und Bildungswesen sowie in der Arbeitswelt und der Gesellschaft allgemein. Wesentlich für die selbstbestimmte Lebensgestaltung ist die Möglichkeit, die Wohnform bestimmen zu können und Mitspracherecht bei der Auswahl der Pflege und Assistenzkräfte zu haben. Dabei ist hier insbesondere die Voraussetzung einer gleichgeschlechtlichen Pflege von hoher Wichtigkeit. Wie die Studie "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland" der Universität Bielefeld gezeigt hat, sind Frauen mit Behinderungen deutlich häufiger von Gewalt betroffen als Frauen ohne Behinderung. Die Belange behinderter Frauen werden in der Arbeit des KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg auf breiter Ebene berücksichtigt werden. Dabei wird ein Schwerpunkt auf der Ausgestaltung individueller Hilfearrangements liegen, die insbesondere die Möglichkeit gleichgeschlechtlicher Pflege fokussieren.

Behinderte Frauen und Mädchen werden dabei unterstützt, ihre Interessen an den geeigneten Stellen selbstbewusst zu vertreten. Das KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg wird insbesondere die kommunalen Strukturen, die sich an alle Frauen und Mädchen richten, für die Situation behinderter Frauen und Mädchen sensibilisieren und den Abbau von strukturellen Barrieren anstoßen. Gleichzeitig wird das KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg sich auch um die Schaffung gewaltvermeidender Strukturen in stationären Kontexten bemühen.
Dabei erfolgt eine enge Kooperation mit dem Netzwerk behinderter Frauen und Mädchen.

Ansprechpartnerinnen im KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg:
Christiane Rischer und Diana Matzat

 

Statement Fahnenhissen

Der Stein des Anstoßes – Gewaltschutz für Frauen mit Behinderung ins Rollen bringen“.

 

Behinderte Frauen und Mädchen sind doppelt so häufig Opfer von Gewalt wie nichtbehinderte Frauen und Mädchen

Das zeigt eine Studie der Uni Bielefeld

Die Gewalt geschieht zu Hause oder in Einrichtungen wie Werkstätten und Wohnheimen

Es handelt sich um körperliche, sexuelle, psychische oder strukturelle Gewalt

Angehörige, Unterstützer und auch Mitbewohner können die Täter sein

Das ist schlimm und muss sich ändern!

 

 

Schlimm ist auch, dass viele der betroffenen behinderten Frauen sich nicht aus der Situation befreien oder sich an Frauenberatungsstellen und Polizei wenden können.

Denkt uns mit!

Es gibt viele Gründe dafür Z. B.:

  • kennen die Frauen bestehende Angebote nicht
  • Können sie Mobilitätsschwierigkeiten nicht überwinden (ÖPNV, Assistenz)
  • Sie können nicht ohne Assistenz mit der Außenwelt kommunizieren
  • Sie haben Angst, alleine Hilfe zu suchen

 

Wir behinderten Frauen brauchen

Geeignete Zugangs- und Nutzungsmöglichkeiten zu den vorhandenen Schutz- und Therapieangeboten für Frauen

Konkrete Ansprache von Frauenberatungsstellen in Einrichtungen der Behindertenhilfe bevor etwas passiert

barrierefreie Möglichkeiten, um aus Gewalt fliehen zu können

Wirkungsvolle Präventionskonzepte und Sofortpläne in Einrichtungen im Falle von Gewalt

Gleiches Strafmaß für Täter, die eine behinderte Frau vergewaltigt haben

Köln

Im Rahmen der Fachtagung "Sicher, Stark und Selbstbestimmt" des Projektes "Frauen und Mädchen mit Behinderung in Einrichtungen wie Werkstätten und Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen in NRW"

In einem Ideenrundgang stellten sich Frauenberatungsstellen, die Behinderten- und Selbsthilfe sowie die Wissenschaft an Informationsständen vor. Gemeinsam mit dem KSL Köln war auch das KSL Arnsberg mit einem Informationsstand für interessierte Frauen und Akteurinnen vertreten.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass es bereits gute Ansätze zur Gewaltprävention und zum Umgang mit Gewalt gibt. Als Beispiel werden vom Weibernetz e.V. Frauenbeauftrage in Einrichtungen qualifiziert die eine erste Anlaufstelle für Bewohnerinnen und Kolleginnen sind. Gleichzeitig zeigte die Veranstaltung jedoch auch, dass es noch Einrichtungen gibt in denen das Bewusstsein für das Thema geschärft werden muss.

Einladung