Ein Mann im Rollstuhl arbeitet zusammen mit seinen nicht behinderten Kollegen in einer Werkstatt.

Das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben für den Regierungsbezirk Arnsberg (KSL Arnsberg) unterstützt Menschen mit Behinderungen dabei, Diskriminierungen zu erkennen und stärkt und ermutigt dabei, sich gegen Diskriminierungen zu wehren. Außerdem will das KSL Arnsberg dabei helfen, strukturelle Diskriminierungen zu vermeiden und abzubauen.

Deshalb stehen wir zum einen als Kontakt für Menschen mit Behinderungen mit Diskriminierungserfahrung ebenso zur Verfügung wie für Mitarbeitende von Institutionen, die strukturelle Diskriminierungen vermindern möchten.

Behinderte Menschen sind in allen Lebensbereichen Diskriminierungen auf unterschiedlichen Ebenen ausgesetzt. Häufig benannt werden die Bereiche Arbeit und Beschäftigung, der Bereich des Wohnens, die Gesundheits- und Hilfsmittelversorgung sowie Diskriminierungserfahrungen im Zusammenhang mit Leistungen von Sozialamt oder Jobcenter.

Die Mitarbeitenden des KSL Arnsberg gehen davon aus, dass Diskriminierungen überwiegend nicht beabsichtigt sind, sondern strukturelle Ursachen haben.

Gesetzliche oder verwaltungspraktische Regelungen zur Zuständigkeit wirken z.B. oft diskriminierend. Tatsächliche Gegebenheiten können ebenfalls diskriminierend wirken, z.B. fehlende Unterstützungsstrukturen, fehlender barrierefreier Wohnraum oder nicht optimal geschulte Verwaltungskräfte.

Solche fehlenden Unterstützungsstrukturen sind ein Beispiel für strukturelle Diskriminierung.

„Strukturelle Diskriminierung ist jede Form ungerechtfertigter Ungleichbehandlung die in Handlungsvorgängen, Vorschriften, Normen, Gesetzen sowie der Infrastruktur festgelegt ist und von Institutionen und Behörden gestützt und gefördert wird.“1

Weitere Beispiele für strukturelle Diskriminierung sind die weitaus schlechteren Bildungschancen für Kinder aus ärmeren Elternhäusern, die geringere Anzahl von Frauen in Führungspositionen oder der oftmals schwierige Zugang zu öffentlichen Einrichtungen und Geschäften für Rollstuhlfahrer/innen2 oder auch unzureichend erreichbare und wenig nutzbare Freizeitangebote oder die Zuweisung zu Sondersystemen im Schul- und Berufs(bildungs)bereich.

Strukturelle Diskriminierungen sind besonders problematisch und schwierig aufzulösen, und zwar aus mehreren Gründen.
Zum einen werden strukturelle Diskriminierungen von behinderten Menschen oft nicht als solche erkannt, sondern als „normal“ hingenommen („Das war ja schon immer so, und bei meinen Freunden ist das auch so.“).
Zum anderen fällt es bei strukturellen Diskriminierungen häufig besonders schwer, eine konkret verantwortliche Person auszumachen, bei der man darauf drängen könnte, dass diese ihr Verhalten ändert.

Das KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg unterstützt dabei, (vor allem strukturelle) Diskriminierungen zu erkennen, Ursachen von Diskriminierungen festzustellen und Lösungen gegen Diskriminierungen zu erarbeiten. Bei Anfragen von Menschen mit Behinderungen kann das beispielsweise das vermittelnde Gespräche mit allen an der konkreten Situation Beteiligten sein. Institutionen kann das KSL Arnsberg auf Anfrage bei strukturellen Veränderungen begleiten (z.B. durch Schulungen). Schließlich leistet das KSL Arnsberg politische Gremienarbeit mit dem Ziel, dass Vorschriften angepasst werden.

Ansprechpartner im KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg:
Manuel Salomon